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Die Psychologie des Vorurteils: Ein Überblick

Explizite und implizite Voreingenommenheit (Biases)

Ursprünge der Stereotypenforschung gehen auf eine Untersuchung von Daniel Katz und Kenneth Braly (1933) zurück, in der 100 StudentInnen dazu aufgefordert wurden, die typischsten Eigenschaften von zehn verschiedenen sozialen Gruppen anzugeben. Sie zeigten eine hohe Übereinstimmung hinsichtlich der Eigenschaften bestimmter Rassen und ethnischer Gruppen, wie "Neger " (beschrieben als abergläubisch von 84% der ProbandInnen sowie als faul von 75%) und Juden (beschrieben als scharfsinnig von 79%).

Seit der Untersuchung von Katz und Braly haben Forschergruppen viele Techniken zur Messung von Stereotypen entwickelt, jedoch ist es durch das Aufkommen subtilen Rassismus schwierig festzustellen, ob rassistische Stereotypen über die Jahre nachgelassen haben oder ob sie lediglich weniger zum Ausdruck gebracht werden (Devine & Elliot, 1995; Lee, Jussim, & McCauley, 1995; Macrae, Stangor, & Hewstone, 1996). Öffentliche Meinungsumfragen zeigen im Allgemeinen eine Verringerung rassistischer Stereotypisierungen, jedoch äußerten viele Menschen Übereinstimmung mit rassistischen Stereotypen in einer Untersuchung, bei der die Fragestellungen die Implikation politisch korrekter Antworten vermieden (Plous & Williams, 1995). In dieser Untersuchung stimmten die meisten ProbandInnen mindestens einem stereotypen Unterschied angeborener Fähigkeiten zwischen Schwarzen und Weißen zu (z.B. Schwarze haben ein besseres Rhythmusgefühl als Weiße). Fast die Hälfte führte mindestens einen stereotypen anatomischen Unterschied auf (z.B. Schwarze haben eine dickere Schädeldecke als Weiße).

Zum Teil wegen der Schwierigkeiten zu erfassen, inwieweit Menschen Stereotypen billigen, verlassen sich ForscherInnen zunehmend auf indirekte Erhebungsmethoden aus der kognitiven Psychologie, die Menschen davon abhalten, ihre von außen auf sie wirkenden Eindrücke zu unterdrücken. Zusätzlich zu den expliziten Stereotypen, die Katz und Braly gemessen haben, weist die oben beschriebene Forschung impliziter Voreingenommenheit (implicit bias) außerhalb des Bewusstseins darauf hin, dass Menschen für bestimmte Gruppen voreingenommene Einstellungen und stereotype Assoziationen hegen, ohne sich deren bewusst zu sein (Banaji, Hardin, & Rothman, 1993; Fazio, Jackson, Dunton, & Williams 1995; Gaertner & McLaughlin, 1983). Obwohl implizite und explizite Voreingenommenheit oft miteinander korrelieren -- das heißt, sie treten oft parallel auf -- sind sie nicht dasselbe. Zum Beispiel wurden weiße StudentInnen während ihrer Interaktionen mit verschiedenen Rassen beobachtet. Ihre expliziten Einstellungen sagten spätere rassistische Voreingenommenheit im verbalen Verhalten voraus, ihre impliziten Einstellungen hingegen sagten Voreingenommenheiten ihres nonverbalen Verhaltens vorher (Dovidio, Kawakami, & Gaertner, 2002).


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