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Die Psychologie des Vorurteils: Ein Überblick

Konsequenzen von Stereotypisierungen

Sobald Stereotypen aktiviert sind, können sie auf soziale Wahrnehmungen und Verhalten sehr weitreichend wirken. Untersuchungen zum Priming zeigten zum Beispiel, dass StudentInnen, die stereotypen Wörtern und Bildern über Altern ausgesetzt wurden, später langsamer liefen und bei einem verbalen Wiedererkennungstest langsamer waren (Bargh, Chen, & Burrows, 1996; Kawakami, Young, & Dovidio, 2002). Ähnlich beantworteten StudentInnen, die einem Priming zu Stereotypen über "Fußballhooligans" unterzogen wurden, weniger Fragen zur Allgemeinbildung korrekt, während StudentInnen, die ein Priming zu Stereotypen über ProfessorInnen erfuhren, eine bessere Leistung aufwiesen (Dijksterhuis & van Knippenberg, 1998). Obgleich die Gründe für solche Effekte unklar sind, werden anscheinend auch relevante Verhaltensweisen aktiviert, wenn stereotype Verhaltensvorstellungen aktiviert werden (Wheeler & Petty, 2001).

Essstäbchen Abgesehen von den Priming-Effekten tragen stereotypisierte Menschen noch eine zweite Last, nämlich die Gefahr, dass ihr Verhalten ein negatives Stereotyp noch bestätigt. Claude Steele und seine Forschungsgruppe haben gezeigt, dass diese als "Stereotyp-Threat" (=stereotype Bedrohung) bezeichnete Bürde Angst erzeugt und verschiedene Testleistungen beeinträchtigen kann (Steele, 1997). Zum Beispiel zeigten weibliche MathematikstudentInnen bei einem schwierigen Mathetest eine Leistungsverringerung, wenn ihnen mitgeteilt wurde, dass der Test Geschlechtsunterschiede bei mathematischen Fähigkeiten aufdeckt (Spencer, Steele, & Quinn, 1999). Eine besonders interessante Untersuchung dazu fand heraus, dass auf ihre Ethnizität aufmerksam gemachte asiatische Frauen viel besser im Mathematiktest abschnitten (in Übereinstimmung mit dem Stereotyp, dass Menschen aus Asien gut in Mathematik sind), dass sie aber schlechter wurden, wenn sie auf ihre Geschlechtszugehörigkeit aufmerksam gemacht wurden (Shih, Pittinsky, & Ambady, 1999). Dasselbe Muster zeigte sich auch bei kleinen Kindern: Wenn asiatische Mädchen ihrer Ethnizität bewusst wurden (indem sie ein Bild ausmalten, auf dem asiatische Kinder mit Stäbchen essen), verbesserten sich ihre Mathematikleistungen. Wurden sie hingegen ihrer Geschlechtszugehörigkeit bewusst (indem sie ein Bild ausmalten, auf dem ein Mädchen mit einer Puppe spielt), verschlechterten sich ihre Mathematikleistungen (Ambady, Shih, Kim, & Pittinsky, 2001).


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