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Die Psychologie des Vorurteils: Ein Überblick

Reduzieren von Stereotypen

Wie aus dieser Übersicht hervor geht, werden Stereotypen im Kindesalter erlernt und können äußerst widerstandsfähig gegenüber Veränderungen sein. Sogar wenn Menschen auf ein stereotypisiertes Gruppenmitglied treffen, das dem Gruppenstereotyp widerspricht, behalten sie den Stereotyp oftmals bei, indem sie ihn in Subtypen aufteilen (Judd, Park, & Wolsko, 2001; Kunda & Oleson, 1995; Richards & Hewstone, 2001; Weber & Crocker, 1983). Wenn Menschen mit antisemitischen Stereotypen zum Beispiel auf einen jüdischen philanthropischen Menschen treffen, könnten sie jüdische Menschen in menschenfreundliche und "geldhungrige" Kategorien aufteilen, indem sie eine Subkategorie für "gute jüdische Menschen" bilden. Folglich können selbst widersprechende Beweise Stereotypen nicht abbauen.

Jedoch ist noch nicht alles verloren. Untersuchungen deuten an, dass Stereotypen erfolgreich vermindert und soziale Wahrnehmungen akkurater aufgenommen werden können, wenn Menschen dazu motiviert sind (Fiske, 2000; Neuberg, 1989; Sinclair & Kunda, 1999). Eine der effektivsten Methoden besteht in der Empathie. Das bloße Hineinversetzen in die Outgroup-Mitglieder und "die Welt mit ihren Augen zu betrachten" können Ingroup-Voreingenommenheit und das Zurückgreifen auf Stereotypen deutlich vermindern (Galinsky & Moskowitz, 2000). Die Forschung legt auch nahe, dass Stereotyp-Threat durch Orientierungsveränderung verringert werden kann. In einer viel versprechenden Untersuchung wurden afrikanisch-amerikanische StudentInnen dazu ermuntert, Intelligenz als formbar und nicht als feststehend zu betrachten. Daraufhin verbesserten sich ihre Noten und sie gaben mehr Freude beim Lernen an (Aronson, Fried, & Good, 2002).

Timothy McVeigh und Bill Cosby Sogar implizite Stereotypen können modifiziert werden (Blair, 2002). In einer Untersuchung zur Wirkung von kontra-stereotyper Vorstellungsbildung (counter-stereotypic imagery) zum Beispiel zeigten Irene Blair und ihre Forschungsgruppe, dass implizite Geschlechtsstereotypen verringert wurden, nachdem ProbandInnen sich für ein paar Minuten eine starke Frau vorgestellt hatten (Blair, Ma, & Lenton, 2001). Ähnlich fanden Nilanjana Dasgupta und Anthony Greenwald (2001), das sich Voreingenommenheit zugunsten von Weißen auf dem Impliziten Assoziations-Test verringerte, nachdem sich die ProbandInnen Bilder von bewundernswerten Schwarzen und unbeliebten Weißen angeschaut hatten (z.B. Bill Cosby und Timothy McVeigh). Eine weitere Untersuchung schließlich zeigte, dass implizite und explizite negative Voreingenommenheit gegenüber Schwarzen verringert wurden, nachdem StudentInnen über ein Semester hinweg ein Seminar zu Vorurteilen und Konflikten belegt hatten (Rudman, Ashmore, & Gary, 2001). Wie diese Ergebnisse belegen, sind Stereotypen zwar weit verbreitet und hartnäckig, aber sie sind auch veränderbar, wenn Menschen sich für ihre Verminderung einsetzen.


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