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Die Psychologie des Vorurteils: Ein Überblick

III. Diskriminierung

Obwohl viele Länder in den letzten 50 Jahren Bürgerrechtsgesetze erlassen haben, stellt Diskriminierung weiterhin ein ernsthaftes Problem auf der ganzen Welt dar -- sogar in demokratischen Ländern, die öffentlich ihr Streben nach Gleichheit bekräftigen. Hier folgen nur einige dokumentierte Beispiele von Diskriminierung in den Vereinigten Staaten:
  • Einem Übersichtsartikel von mehr als 100 Studien durch das Institut für Medizin (U.S. Institute of Medicine) zufolge trägt Diskriminierung zu Rassen bezogenen Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung und zu höheren Sterberaten unter Minderheiten an Krebs, Herzkrankheiten und H.I.V.-Infektionen bei (Smedley, Stith, & Nelson, 2002).

  • LateinamerikanerInnen und Schwarze geben für die Vermittlung und den Kauf desselben Hauses im Durchschnitt über 3000 Dollar mehr als Weiße aus (Yinger, 1995), werden für dasselbe Vergehen oft härter bestraft (Mauer, 1999) und werden bei gleichen Qualifikationen generell seltener für eine Arbeit angestellt als ein weißer Bewerber (Turner, Fix, & Struyk, 1991).

  • Frauen verdienen im Durchschnitt 76 Cent für jeden Dollar, den ein Mann verdient (Bowler, 1999) und erleben Diskriminierung am Arbeitsplatz in solchem Ausmaß, dass kürzliche Gerichtsvergleiche sich auf Hunderte von Millionen Dollar beliefen (Molotsky, 2000; Truell, 1997).

  • Eine Untersuchung des Justizministeriums der U.S.A. fand heraus, dass behindertengerechte Zutrittsbestimmungen für Menschen mit Behinderungen in 98% der untersuchten Wohnraumentwicklungen verletzt waren (Belluck, 1997).
Trotz der Verbreitung von Diskriminierung besteht jedoch eine der größten Hürden ihres Abbaus seltsamerweise darin, dass Menschen sie auf individueller Ebene nicht so leicht bemerken. Woran könnte das liegen? Erstens können Individuen nicht als ihre eigene Kontrollgruppe dienen und testen, ob sie als Mitglied einer privilegierteren Gruppe besser behandelt worden wären (Fiske, 1998). Zweitens ist Diskriminierung durch aggregierte Beweise leichter aufzuspüren als bei Einzelfällen, weil einzelne Ereignisse sich leicht wegargumentieren lassen (Crosby, 1984). Drittens streiten Individuen Diskriminierungen vielleicht ab, um das Gefühl zu vermeiden, von anderen schlecht behandelt worden zu sein oder keine Kontrolle über die Situation zu haben (Ruggerio & Taylor, 1997; Taylor, Wright, Moghaddam, & Lalonde, 1990). Als Folge dieser und anderer Ursachen nehmen Frauen und Minderheiten eher Diskriminierung gegen ihre Gruppe wahr als gegen sich selbst (Crosby, 1984; Taylor, Wright, & Porter, 1994).


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